Die Bemusterung ist geschaffft

Müde aber zufrieden
Müde aber zufrieden

Drei volle Tage Bemusterung liegen hinter uns, in denen wir täglich mehrere Tausend Euro ausgegeben haben... Aber das war eingeplant ;-) Unser Bemusterungs-Fazit lautet "durchwachsen bis gut".

 

Randbedingungen im Hauspreis incl.:

  • 3 Tage von 08:00 Uhr bis ca. 17:30 Uhr Bemusterung, diese findet hauptsächlich am Schreibtisch über den Plänen statt und weniger in der Ausstellung. Das heißt mehr sitzen als gedacht
  • 4 Übernachtungen mit HP im Hotel
  • Mittagessen, Kaffee und Kuchen im Bemusterungshaus
  • gefühlte 1 Millionen Entscheidungen (eine Liste findet Ihr unten)

 

1. Erkenntnis: Für ein annähernd schlüsselfertiges Haus in der Preiskategorie sind 3 Tage recht kanpp. So konnten wir leider keine Werksführung machen (werden wir aber sicher noch nachholen) und der Bemusterer musste auch abends Überstunden machen.

 

2. Erkenntnis: Es macht das Bauvorhaben einfach komplizierter, wenn man Schritt 2 vor Schritt 1 macht. Sprich grundsätzlich sollte man sich an die Reihenfolge halten und erst die Bemusterung durchführen und dann die Kellerpläne erhalten. Denn je nachdem was man in der Bemusterung noch ändert, hat das ggf. auch Auswirkungen auf die Kellerpläne in Sachen Statik, Leitungsführung usw. In unserem Fall wollten wir die Kellerpläne allerdings vorab bekommen, da unser Kellerbauer bereits mit der Vorbereitung loslegen kann. Durch die langwierige Planungszeit und die Verzögerungen, insbesondere durch das Hin und Her in Sachen Dachterrasse, waren wir quasi gezwungen den Keller vorzuziehen um nicht Gefahr zu laufen, die Fertigstellungsanzeige des selbigen zu spät abzugeben [wie bereits erwähnt: Neun Monate nach Vertragsschluss muss die Fertigstellungsanzeige von Keller/ Bodenplatte erfolgt sein, sonst verliert man die vereinbarten Konditionen und muss die aktuellen Preise zahlen. Das wäre ein Preisaufschlag von ca. 5%]. Das dickste Problem, das daraus erwuchs ist das Tauziehen um die Brüstungswand der Treppe:

 

Seit dem ersten Architektentermin ist von uns die Wand im Treppenhaus nur als halb hohe Brüstungswand gewünscht. Selbst in der Planfreigabe ist dies ausdrücklich als einzupflegender Punkt vermerkt worden. Von den zahlreichen Telefonaten in denen dies immer wieder betont wurde ganz zu schweigen. Da hieß es dann, das sei Bemusterungsthema. In der Bemusterung gab es dann aber lange Diskussionen und Theater, ob das noch möglich ist, da ja jetzt die Keller- und Lastenpläne schon geschrieben seien. Wir haben schon verstanden, dass es grundsätzlich schon Bemusterungsthema ist, da in aller Regel erst danach die Keller- und Lastenpläne erstellt werden und somit noch auf die in der Bemusterung vorgenommen Wandverschiebung, Wandhöhenreduktion usw. lastenplanmäßig reagiert werden kann. Allerdings befindet sich unsere Situation nicht im Grundsatz, sondern in der Ausnahme, dass die Keller- und Lastenpläne eben vor der Bemusterung gefertigt wurden. Alle  dafür erforderlichen Informationen haben wir seit Beginn der Planungen mitgeteilt, warum das dann nicht umgesetzt wird, ist uns ein Rätsel. Aber gut, es wurde dann doch noch umgesetzt.

 

3. Erkenntnis: Ohne die Oma, die unseren 13 Monate alten Julius von 08:00 Uhr bis 17:30 Uhr bespaßt hat, hätte Lennart die Bemusterung alleine durchführen müssen. Ein Hoch auf Großeltern! Ohne Betreuung ist so eine Bemusterung mit Kleinkindern nicht (gemeinsam) möglich.

 

4. Erkenntnis: Das SchloßparkHotel Mariakirchen liegt sehr idyllisch. Es hat nur leider ein Fliegen- und Reinigungsproblem (die toten Brummer lagen überall im Zimmer und die drei dicksten gegenüber der Toilette; und zwar bis wir abgereist sind), außerdem zu harte Betten. Es ist aber ansonsten ganz gut. Das Frühstücksbuffet ist prima. Durch eine Straßensperrung haben wir ungefähr 22 Minuten bis zum Kundencenter Autofahrzeit gebraucht.

 

5. Erkenntnis: Die richtige Herangehensweise liegt irgendwo in der Mitte - Der Perfektionismuswahn meines Mannes machte mich und den Bemusterer wahnsinnig. Gleichzeitig treibt es Lennart auf die Palme, dass mir vieles egal ist und ich die Leute einfach mal machen lassen würde...

Zur Seite gestellt wurde uns als Bemusterer Herr K., der seid 27 Jahren bei Haas tätig ist und die anderen bzw. angehenden Bemusterer ausgebildet hat. Also ein Mann mit viel Erfahrung, der auch in schwierigen Augenblicken angenehm nüchtern und unaufgeregt blieb. Wer sich jetzt aber bei der Bemusterung Tipps in Sachen Gestaltung, Farbabstimmung oä erhofft hat, hat falsch gedacht ;-) Schade war leider, dass die Chemie nicht so richtig gestimmt hat und möglicherweise auch daraus resultierend nicht alles ganz zur Zufriedenheit erfolgte. Grundsätzlich wird ein ca. 70 seitiges Bemusterungsprotokoll durch den Bemusterer abgearbeitet, damit auch nichts vergessen wird. Leider wurden dennoch für uns wichtige Punkte nicht bzw. nur von uns angesprochen. Allerdings kann ich nicht ausschließen, dass das passiert sein könnte, da wir durch Nachfragen eh viel geprungen sind. So wurde zB seitens Haas gar nicht über die Dachfenster geprochen, erst auf Nachfrage erfuhren wir, was es für Modelle sind, wie sich diese öffnen lassen und was es für Alternativen gäbe. Für gut 10.000,-€ hätten wir uns gewünscht, dass dieser Sonderposten einfach mal durchgesprochen wird.

 

 

Denke denke denke
Denke denke denke

6. Erkenntnis: Bemusterung bedeutet "Kann man machen, kostet halt"

Da uns das vorher schon bewusst war, hatten wir für das Aufmustern bereits ein gewisses Budget eingeplant. Durch unseren ersten vorsorglichen Besuch in Falkenberg wussten wir, das man mit dem Standard (der im Bad zB auch Villeroy und Boch enthält) gut leben bzw schön einrichten kann, wollten allerdings dennoch ein paar Extras. So ist bei den Bodenbelägen zB nur Laminat und Teppich im Standard enthalten, im Hauptwohnbereich wollten wir allerdings Parkett. Tollerweise gab es eine Parkett-Aktion, durch die der Quadratmeterpreis zwanzig Euro günstiger war. Da haben wir uns gefreut, insbesondere, da es gerade das Holz betraf, das wir haben wollten :-) Wenn ich mich recht erinnere, gab es damit Eichenparkett für 36,-€ statt 51,-€ / m².

 

Überlegt hatten wir auch höhere Türen, das beliefe sich dann aber allein auf 200,-€ pro Tür mehr.

 

Fassade in farbig - kostet mehr; Fenster in weiß eingefasst - kostet mehr, Französiche Balkone in passender Farbe zum Dach - kostet mehr, usw usw.

 

7. Erkenntnis: Kein schlechtes Gewissen, dass wir den Handelsvertreter haben raus nehmen lassen! Wie wir im Rahmen der Bemusterung gelernt haben, hätte dieser mit uns VOR Vertragsschluss eine Preisübersicht (die im Übrigen auch der Kreditgeber haben wollte und daher ein Kreditvertrag daran im April scheiterte) erstellen sollen, was alles noch für Kosten im Zusammenhang mit einem Hausbau auf die Bauherren zukommen. Im Rahmen dessen u.a. auch besprechen, was in und am Haus sinnvollerweise eingeplant werden sollte. Hat er alles nicht gemacht. Dadurch wurden wir kalt erwischt, als uns der Bemusterer fragte, ob wir nicht eine Zirkulationsleitung - natürlich gegen Aufpreis - haben wollen. Eine solche regelt, dass man in der DG Dusche nicht erst 4 Minuten kaltes Wasser raus laufen lassen muss, bevor das heiße Wasser von ganz unten oben ankommt. Natürlich wollen wir so etwas, wer will schon a) ewig auf warmes Wasser warten und b) dadurch Wasser verschwenden?

Die Krux an der Geschichte ist nur, diese Zirkulationsleitung wird durch eine strombasierte Pumpe angetrieben, damit würden wir wiederrum aus der KfW Förderung rausfallen; selbst wenn man die Pumpe auf nur jeweils eine Stunde am Morgen und Abend programmiert.

Glücklicherweise hatte Herr K. das im Blick, konnte gleich das Telefon greifen und das mit dem dafür zuständigen Mitarbeiter besprechen. Dieser errechnete uns, dass wenn wir zeitnah eine PV Anlage auf´s Dach setzen, wie wir es eh geplant haben, wir diesen Mehrverbrauch ausgleichen können und weiter förderfähig sind.

 

8. Erkenntnis: Die Haas Mitarbeiter sind auf zack. Insbesondere der Herr Z. H. von der Arbeitsvorbereitung Hausbau und der Schreiner wurden von Herrn K. angerufen, kamen vorbei und hatten annähernd sofort eine Idee zur Lösungsfindung parat und (dennoch) ein Lächeln für uns übrig.

 

 

Was es alles zu entscheiden gab

Selbstverständlich variiert die Anzahl der Entscheidungen von Bauherr zu Bauherr und der jeweiligen Ausbaustufe. Da wir annähernd schlüsselfertig bauen, mussten wir recht viel entscheiden. Eine gute Idee ist es aber sicher, sich vorzubereiten: Sprich das Angebot noch einmal lesen, um zu wissen, was bereits im bisherigen Baupreis inkludiert ist; die Bau- und Lieferbeschreinung stuideren, auch diese gibt Auskunft über beinhaltete Leistungen sowie sich auf jeden Fall bereits Zuhause zu überlegen, wo Steckdosen, Lampen und Schalter gewünscht sind und welcher Schalter was schalten soll.

 

  • Fassadenfarbe
  • Dachziegel, Form, Farbe und Beschichtung
  • Dachrinne, mit Vogelnistschutz oder ohne, Farbe
  • Französicher Balkon oder Kempfer bei bodentiefen Fenstern, Ausführung und Farbe
  • Fenster, Farbe, Einbruchschutzstufe, wo zu öffnen, Fliegengitter
  • Fensterbänke, Material, Farbe
  • Rolläden, Farbe, elektrisch oder per Kurbel
  • In Wohnräumen: Teppich, Laminat, Parkett, schwimmend verlegt oder verklebt (letzteres kostet extra)
  • In untergeordneten Räumen (Flur, Bad, Hauswirtschaftsraum, Keller) Fliesen, Größe, Farbe, Verlegerichtung, Fugenfarbe
  • Treppe, Holz, Farbe, offen oder geschlossen, Handlauf (im Standard enthalten ist eine Buchentreppe, anderes Holz oder andere Lakierung/Beize kostet mind. 1.000,-€ pro Treppe mehr), Geländer
  • Türen, Blatt, Farbe, Muster, Höhe, Anschlag
  • Türklinke
  • Haustür, Farbe, Schließmechanismus, Dekoelemente (wir haben via Schnick, Schnack, Schnuck entschieden)
  • Freisprechanlage oder keine, Fingerabdrucksensor oder keiner
  • Badobjekte, Vorbauwände, Höhe und Breite der Anschlüsse für die Objekte
  • KfW Zusatzprogramm, 931,-€ an Haas zahlen und die holen bei der KfW einen Zuschuss für 4.000,-€ raus.
  • Steckdosen und Schalter, Form und Farbe, Position, wer schaltet was
  • Außenbeleuchtung, Wasseranschluss für draußen
  • Verstärkung für Markisenbefestigung
  • Spachtelarbeiten, im Preis enthalten ist nur die Qualitätsstufe Q 2
  • Innenanstrich, im Preis enthalten ist nur zwei Mal weißeln ohne Grundierung (sehr fragwürdig), ein farbiger Anstrich kostet 13,-€ / m² extra
  •  Position des 80x70cm großen Verteilerkastens pro Stockwerk für Fußbodenheizung, wobei dieser in der Regel 1,5 cm aus der Wand vorsteht, wenn er in eine 14 cm starke Wand eingebaut wird. Hat die Wand eine dicke von 19 cm ist er bündig. Er kann aber nicht in Kommunwand oder Außenwände integriert werden.
  • Position vom Sicherungskasten im EG.
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Kommentare: 1
  • #1

    Anita R. (Montag, 13 Dezember 2021 10:50)

    Wo kann man dieses Tagebuch lesen?